Bald Schutzimpfung statt Chemoprophylaxe?
Wenn es nach Forschern des Institutes für Molekulare Biotechnologie der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen geht, könnte es bald so weit sein. Zumindest konnte die Gruppe um Dr.phil.nat. Gabriele Pradel nun die Ausbreitung des Malariaerregers im menschlichen Körper besser erforschen und somit der Entwicklung eines Impfstoffes einen guten Schritt näher kommen.
Malariaerreger entsteht in zwei Schritten
Der Malariaerreger plasmodium falciparum wird von der Anopheles-Mücke übertragen. Sticht sie den Menschen, gelingt der noch unreife Erreger in die Blutbahn und nistet sich in den roten Blutkörperchen des Menschen ein. Die Blutkörperchen bieten dem Erreger gewissermaßen eine Schutzburg gegen den Körper, der normalerweise auf körperfremde Eindringlinge reagiert, indem er sie zerstört. Stattdessen kann der Erreger in seinem neuen gemütlichen Nest sogenannte Gametozyten bilden, sexuelle Zellen, die der Fortpflanzung dienen sollen.
Allerdings brütet der Mensch sie nicht selbst aus: Stattdessen werden die Gametozyten bei einem erneuten Mückenstich wieder an die Mücke übertragen, in deren Darm es zur Befruchtung kommt und eine sogenannte Ookinete entsteht, eine bewegliche Zelle, die den echten Erreger in sich trägt. Erst wenn die Mücke nun wieder einen Menschen sticht, wird ein wirksamer Erreger auf das menschliche Blut übertragen und es kommt zur Malariainfektion.
Schutzmechanismus des Erregers enttarnt
Wenn der unreife Erreger mit seinen Gametozyten aus den menschlichen Blutkörperchen in den Mückendarm wandert, schützt er sich mit dem sogenannten Faktor H gegen eine mögliche Zerstörung durch das menschliche Blut, das gleichzeitig durch den Stich in den Mückendarm gelangt.
Den Wissenschaftlern gelang es nun, diesen Faktor H, ein Protein, als Tarnmechanismus zu identifizieren. Sie hoffen, dass es bald eine Möglichkeit geben wird, die Bildung des Faktor H zu hemmen oder den zugehörigen Rezeptor zu blockieren, so dass die Gametozyten im Mückendarm keine Überlebenschance mehr haben.
Dadurch wird die weitere Verbreitung des Erregers erfolgreich unterbunden. Allerdings wird es noch eine Weile dauern, bis daraus ein massentauglicher Impfstoff entstehen kann.
