Im westafrikanischen Senegal wurde ein Pilotprojekt gestartet, das darauf abzielt, die Brutstätten der Malaria-erregenden Mücken zu vernichten und so den Infektionsdruck zu verringern. Die Malaria ist im Senegal nicht endemisch, da das ganze Land als Risikogebiet gilt. Verstärkt wird das Problem dadurch, dass die Malaria-Erreger zunehmend resistent gegen die derzeit verwendeten Medikamente werden und sich zudem eine Resistenz der übertragenden Mücken gegen die herkömmlichen Pestizide zeigt.
Das Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN) ist daher in einem Pilotprojekt in der Region Niayes im Nordwesten des Landes neue Wege gegangen: Statt wie bisher Moskitonetze, die mit Insektiziden behandelt wurden, zu verteilen und auch die Wohnräume mit Insektiziden zu besprühen, setzen die Mitarbeiter auf eine bessere Schulung der örtlichen Bevölkerung zur Entstehung von Malaria. So wussten die Menschen in der Region wenig oder gar nichts über die Entstehung und Übertragung der Krankheit durch Mücken. Mitarbeiter von PAN Afrika und PAN Germany erklärten, das auch kleine Wasserstellen gute Brutstätten für die Mücken darstellen. Dazu gehören Pfützen auf den ungeteerten Straßen, offene Toiletten oder Wassertonnen oder auch Müllhaufen, in denen sich Wasser ansammeln kann. Auch war weitgehend unbekannt, dass die Mücken durch menschlichen Schweißgeruch und durch offen herumstehende Lebensmittelreste angelockt werden.
Den Mücken den Lebensraum nehmen
Um die Bewohner der Region ausführlich informieren zu können, produzierte PAN Afrika Informationsmaterial und spezielle Radioprogramme, die auch die Menschen in entfernten Dörfern erreichen können. Zudem wurden Trainings vor Ort durchgeführt, so dass die ersten geschulten Menschen ihr neues Wissen in Zukunft weitergeben können. Durch eine verbesserte Hygiene im Haus und in den Straßen, sowie der Vermeidung von offenen Wasserstellen, könnte der Mücke ein Großteil ihrer Brutstätten genommen werden. PAN hofft, dass dadurch die Zahl der Malaria-Übertragungen sinken wird.
Zugleich soll das Programm dazu führen, dass weniger DDT versprüht wird, ein Insektenvernichtungsmittel, das in Europa längst verboten ist, weil es als Krebs erregend gilt. Lediglich zur Bekämpfung der Malaria wird DDT derzeit noch in Indien, Afrika und in anderen betroffenen Regionen verwendet. Jüngere Untersuchungen zeigen jedoch, dass im westlichen Afrika mittlerweile rund 64% der Anopheles-Mücken gegen DDT resistent geworden sind. Das gefährliche Umweltgift DDT wird also immer häufiger vergeblich eingesetzt. Neue Maßnahmen wie das Pilotprojekt PAN zielen daher darauf ab, die Malaria auch ohne chemische Produkte in den Griff zu bekommen.
